Montag, 25. Januar 2016
Neue Familie
Nachdem ich Vor einer Woche drei Familien der engeren Auswahl getroffen habe, habe ich mich für die Musikerfamilie in Premia de Mar entschieden. Eine Kleinstadt direkt am Meer, am Stadtrand von Barcelona. Man könnte fast sagen eine perfekte Lage, auch zu den Bergen ist es nicht weit. Und was auch toll ist, es gibt eine direkte Zugverbindung nach Girona, sodass ich auch meine hier gefundenen Freunde unkompliziert besuchen kann.
Die nächste Einladung habe ich auch schon für nächstes Wochenende :D So wird es ein angenehmer Übergang.
Heute um 14.38 geht mein Zug und ich werde schon freudig erwartet und vom Bahnhof abgeholt.
Ich freue mich auf neue Erfahrungen, diesmal mit ganz anderen Aufgaben. Hauptsächlich werde ich mich um das Baby von 5 Monaten kümmern und mit der vierjährigen ab und zu Deutsch üben. Die Eltern sind begeistert von Deutschland und Österreich, hauptsächlich der Musik wegen, große Verehrer von Wagner, weswegen sie ihre Kinder auch Elsa und Isolda getauft haben.
Ich habe ein Klavier in meinem Zimmer stehen und kann so auch mal wieder auf einem richtigen Klavier spielen, statt meinem blechernen halbgaren Keyboard. Noten gibt es genug im Haus!

Durch die Veränderungen gibt es auch neue Rahmenbedingungen. Die Familie braucht mich auf jeden Fall bis zu den Sommerferien, die hier Anfang Juli beginnen. Das bedeutet auch, dass ich später als geplant nach Deutschland zurückkehren werde. Im Moment gefällt mir diese Vorstellung aber ganz gut. ich fühle mich hier sehr wohl und genieße die Zeit!

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Theatermuseum Dalí - Cadaqués
Für den Sonntag war ich mit zwei Freunden zu einem Ausflug nach Figueres zu einem Besuch im Theatermuseum von Dalí und zu einem Spaziergang durch das malerische mediterrane Dörfchen Cadaqués verabredet.
Am Morgen waren wir noch etwas müde, da der Abend zuvor etwas länger als geplant ging. Wir haben uns zu acht getroffen zu Pizza und Tischtennis. Nach einem ausgedehnten Tunier, zeigte ich den Spaniern "Mäxle", was für ein Spaß!

Das Theatermuseum hatte Dalí noch selbst errichten lassen und ausgestattet. Er wusste es sich zu vermarkten und war somit einer der wenigen Künstler, die schon zu lebzeiten großen Erfolg und Bekanntheit hatten. Das Museum zeigt einen Querschnitt seiner verschiedenen Schaffensperioden.
In seinen Bildern verarbeitete er seine Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen und auch politische Geschehnisse, wie dem zweiten Weltkrieg und der Judenverfolgung. Selbst musste er einige Jahre im Exil in den USA verbringen.



Besonders gefallen mir seine Zeichnngen, die einem Suchbild/Wimmelbild gleichen. Man muss es genau betrachten um die Details zu erkennen und das Bild so verstehen zu können.



Dalí zählte zu den Freunden und Bewunderern Picassos. Er widmete Picasso, wie auch einigen anderen Berühmtheiten, ein Bild. Darin stellte er surrealistisch seine Wahrnehmung der Personen dar.



Das Museum ist imposant und großartig. Dalís Bilder kann man vielleicht nicht unbedingt als schön bezeichnen, dafür aber umso mehr als interessant und zum Nachdenken anregend!

Nach so vielen Eindrücken fuhren wir nach Cadaqués. Auf dem Weg dorthin machten wir ein Picknick am Strand von Roses.
Cadaqués liegt einsam in einer Bucht am Cap Creus. Über eine lange kurvenreiche Straße steht man plötzlich in dem verträumten Küstenörtchen.



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Besalú
Am Samstag machte ich mich spontan zu einem Ausflug auf. Solange ich noch in Girona bin wollte ich noch etwas von der Umgebung erkunden. Die Wahl fiel auf Besalú, ein kleines Städtchen aus dem Mittelalter, in dem auch noch Überreste des alten römischen Reiches gefunden wurden.
Da noch Nebensaison ist, habe ich das Glück überall auf nur wenige Touristen zutreffen, so kann ich mit viel Ruhe die Orte besichtigen.
Das Mittelalter ist hier vor allem in der Architektur zu sehen, die Häuser aus Stein, enge Gassen, eine romanische Kirche und die Stadtmauer mit Festungsturm.
Der Marktplatz bietet eine sehr schöne Atmosphäre, in der ich meinen Kaffee genießen konnte.

Romanische Kirche


typische Gasse


Brücke zum Tor

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Dienstag, 19. Januar 2016
die Suche geht weiter, das Leben aus dem Koffer
Jetzt sind schon zehn Tage vergangen in denen ich meine Nächte in den Hostels verbringe. An sich nicht so tragisch doch leider gab es ausgerechnet in dieser Zeit nicht genügend Platz um im gleichen Hostel bzw. Zimmer zu bleiben. So wechselte ich fast täglich entweder komplett zwischen den Hostels oder aber das Zimmer im gleichen Hostel.
Das heißt alles immer ein und auspacken, die frischen Klamotten gingen langsam zu Ende, die Zeit war aber nicht lang genug um sie rechtzeitig trocken zu bekommen um sie wieder einzupacken.
Zum Glück ist es jetzt wieder ruhiger in der Stadt und ich kann an einem Ort, in einem Zimmer bleiben. Es gibt eine Waschmaschine und genügend Platz um die Wäsche aufzuhängen.
Dafür gibt es leider keine Küche und kein Geschirr, nur eine Mikrowelle. Die ersten Fertigmahlzeiten wählte ich so, dass eine stabile Schale dabei war, sodass ich weitere Mahlzeiten darin "zubereiten" konnte. Auch wenn es immer mehr Fertiggerichte ohne Konservierungsmittel und angeblich frisch zubereitet gibt, sie schmecken trotzdem gleich beschissen wie die Fertigsuppen aus der Dose. Drei tage habe ich mir das jetzt angetan und nun doch wieder auf Brot mit Käse oder auch mal eine fertige Salatschale gewechselt. Dafür jeden Tag einkaufen zu gehen ist das kleinere Übel!

Am letzten Sonntag fuhr ich nach Barcelona und traf mich mit drei Familien, die ein AuPair suchen, um uns kennen zu lernen.
Alle drei sind sehr nett, wir haben uns super verstanden und ich habe mich mit allen sehr wohlgefühlt. Und sie haben mir alle drei zugesagt, dass sie mich nehmen würden. Da stand ich mal wieder vor einem Luxusproblem.
Für wen soll ich entscheiden? Das Hauptkriterium "Barcelona" war ja schon erfüllt, das "Wohlfühlkriterium" haben alle bestanden.
Die neuen Kriterien waren dann
Meer oder Inland?
Baby, Teeny oder zwei Kinder?
Vormittags oder Nachmittags arbeiten?
Hauptsprache Spanisch, Englisch oder Deutsch?

Ich entschied mich für die Familie mit dem Baby (5 Monate) und einem 4 jährigen Mädchen, die am Meer lebt. Ich nur Montag bis Donnerstag vormittags helfen, das Mädchen ist den Tag über in der Schule und wird nachmittags von einer Frau betreut, die auch im Haushalt hilft. Die Verständigung wird hauptsächlich auf spanisch sein.
Die Familie ist auch sonst sehr interessant. Die Eltern sind Musiker. Der Vater ist Dirigent am Symphonie-Orchester Barcelona, die Mutter ist Sängerin. Das Haus ist voll mit Noten, 2 Klavieren, einem Flügel, Cello, Geige,....ein Klavier steht sogar in meinem Zimmer :D Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten.
Der Ort heißt Premía de Mar, hat einen Bahnhof und direkten Anschluss (ca. 20min) an Barcelona, in die andere Richtung geht es direkt nach Girona, so dass ich auch mal meine Freunde hier unkompliziert besuchen kann.
Eigentlich brauchen sie mich erst ab Februar aber ich kann schon vorher dort wohnen und mir somit das Hostel sparen.
Neue Pläne sind auch schon geschmiedet. Wenn mein Semester rum ist beginne ich einen Spansichkurs mit 2x Unterricht in der Woche über drei Monate und im April einen Intensiv-Sprachkurs in Cátalan. Ich habe gelernt, dass das unumgänglich hier ist und wer weiß, wenn ich noch länger hier bleibe, vielleicht auch arbeiten möchte ist das eine wichtige Voraussetzung.
Sobald es warm genug ist möchte ich am Surfen versuchen, wenn ich schon am Meer wohne muss ich jede Gelegenheit nutzen und mir die Zeit so toll wie möglich gestalten.
Ich freue mich auf die Zeit und hoffe, dass mit dieser Familie mehr Glück habe!

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Dienstag, 12. Januar 2016
Auf der Suche, Skifahren und Barcelona
Was für ein Glück ich habe so liebe Menschen getroffen zu haben. Das Wochenende konnte ich bei einem Freund übernachten. Das war sehr angenehm Menschen um mich zu haben, die ich schon ein wenig kenne und die mich herzlich aufgenommen haben.
Ich habe Unterstützung zur Orientierung in der Arbeitswelt bekommen und um evtl ein günstiges Zimmer zu finden.
Ein wenig Zerstreuung war auch dabei.
Am Freitag nahm mich Mateu mit zum Hotel seiner Eltern, es war herrlicher Sonnenschein und ich konnte mich unter einem Baum entspannen und die Sonnenstrahlen einfangen während er ein paar Dinge erledigte. Dann kümmerte ich mich noch um die Suche nach einer neuen Stelle und skypte mit einer Familie. Allerdings entschied ich mich dann gegen sie. Ich möchte lieber in der Region Barcelona bleiben, zumindest wenn es eine AuPair-Stelle wird.

Am Samstag sind wir in den katalonischen Pyrenäen Skifahren gewesen. Alles war grün, bis auf die Piste und es hatte 8°C. Die Sonne hat geschienen und es war ein wunderbarer Tag. Sogar der Schnee war verhältnismäßig gut.
Wie kann es anders sein hatten wir gleich wieder skurrile Erlebnisse. Wir waren mittags dort, sodass ich ein Tagespass eigentlich nicht mehr gelohnt hat. Auf dem Parkplatz haben uns schon ein paar Leute angesprochen und uns ihre Karten günstiger verkaufen wollen. In dem Punkt sind die Katalanen nicht anders als die Schwaben, wenn man sparen kann sind sie gleich dabei. Ski ausgeliehen und ab zum Lift. Dort wurden wir erst einmal von einer Frau des Sicherheitsdienstes abgefangen, ohne groß etwas zu sagen nahm sie uns unsere Skipässe ab. Sie seinen nicht gültig, wir hätten sie nicht an der Kasse gekauft, das sei illegal usw. Jegliche Erklärungen und Diskussionen waren vergebens, obwohl auch das was sie gemacht hatte nicht rechtens war, eigentlich gehört es zu Diebstahl...
Was sollen wir tun? Wir waren schließlich 2,5h gefahren. Wir entschieden uns in den sauren Apfel zu beißen und uns einen regulären Pass zu kaufen. Wir wären nicht wir, wenn wir nicht versucht hätten auch dort zu verhandeln und wir hatten Glück auf Grund der Schneeverhältnisse und der späten Uhrzeit (13h) bekamen wir den Pass für die Hälfte. Die Freude war groß. Jetzt nichts wie los! Da meine zwei Begleiter Anfänger und mittelmäßiger Fahrer waren waren wir froh um die blauen und leichten roten Pisten. Insgesamt gibt es hier wenige gute Skifahrer. Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß!

(Bilder folgen)

Sonntag ging es dann nach Barcelona. Es stand die Wahl des neuen Präsidenten von Spanien an. Die Wahlen im Dezember hatten kein eindeutiges Ergebnis gegeben und die Verhandlungen für die Koalitionen liefen. Bis Sonntag Mitternacht musste ein Ergebnis da sein, sonst hätte es Neuwahlen gegeben. Die Stimmung war angespannt. Die Koalition besteht nun aus mitte-rechts und mitte-links. Der Präsident sollte von mitte-rechts, einem Befürworter zur Unabhängigkeit Kataloniens, gestellt werden. Vor dem Parlament gab es schon einen Auflauf vieler Befürworter. Die Reden wurden auf einer Großleinwand übertragen und heiß Kommentiert. Die Freude war groß, der Präsident wurde bestätigt. Nach seinen Angaben soll innerhalb der nächsten 18 Monaten Katalonien unabhängig werden. Valencia und Mallorca, die beide historisch betrachtet auch weniger zu Spanien gehören und mehr zu Katalonien würden sich am liebsten mit anschließen. Wir werden sehen was passiert. Auf jeden Fall eine interessante Erfahrung hier.



Trotz der Ereignisse hatten wir auch ein wenig Zeit die Stadt zu sehen, bzw. eine persönliche Führung für mich :D
Wir kamen auch an Gaudis Kirche vorbei. Überwältigend und gigantisch. Das muss man gesehen haben.

Catedrale


Arc de triomf


Ein Mittagessen gab es in einem typischen leckeren katalonischen Restaurant. Die meisten Gerichte bestehen aus Fleisch. Habe dennoch etwas vegetarisches gefunden. Teigtasche gefüllt mit Spinat und Ziegenkäse. Lecker. Ähnlich wie die Empanadas aus Argentinien, die auf meiner Reise dort schon genießen durfte.

Jetzt bin ich in einem Hostel auf der Suche nach einem Job oder einer neuen Familie, den ganzen Montag bin ich durch die Stadt gelaufen, habe mich bei Sprachschulen vorgestellt und mich bei Arbeitsvermittlungen/Zeitarbeitsfirmen angemeldet. Bei den Sprachschulen hatte ich leider keinen Erfolg, zwar waren sie sehr interessiert, doch die nächsten Kurse zu denen sie evtl. neue Lehrer brauchen beginnen leider erst im Juni.
Bei den Vermittlungen brauche ich etwas Geduld...

Heute am Dienstag werde ich meine Tour fortsetzen, noch zwei weitere Agenturen, Übersetzungsbüros und Hotels/Cafés....Daumen drücken!

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